Hilfsmittel erleichtern Sehbehinderten den Alltag

Selbsthilfeorganisation stellt sich bei „Visbeker Warkstäe“ vor

Die Aufgaben des Blinden- und Sehbehindertenverbandes Niedersachsen (BVN) sind vielfältig. Dies und vieles mehr erfuhren die Teilnehmer des jüngsten plattdeutschen Klönabends der „Visbeker Warkstäe“ (27. März). Die Vechtaerinnen Hildegard Stukenborg und Barbara Moormann von der Kreisgruppe Oldenburger Münsterland (94 Mitglieder) stellten eindrucksvoll die Aktivitäten der Selbsthilfeorganisation vor.

Neben der originären Aufgabe, die Interessen seheingeschränkter Menschen gegenüber der Politik und der Wirtschaft zu vertreten, dürften auch Freizeitaktivitäten nicht fehlen. „Wir treffen uns, um ein reges Miteinander zu pflegen“, so die beiden Referentinnen. Dies erfolge bei Ausflügen und Vortragsabenden, aber auch in Gesprächskreisen und speziell auf der jährlichen Weihnachtsfeier.

Hilfreich sei für Sehbehinderte die Teilnahme an einem Mobilitätstraining. Hier würden durch einen Rehabilitationslehrer Tipps und Techniken vermittelt, um selbstverantwortlich handeln zu können. Auch unterschiedliche Hilfsmittel würden Menschen mit einer Seheinschränkung den Alltag erleichtern – angefangen von einer sprechenden Uhr über Lupe und Taststock bis zum i-Phone.

Bahnbrechend in der Unterstützung sei "OrCam". Hierbei handelt es sich um ein tragbares und am Brillengestell befestigtes Gerät, das ausgestattet mit einer Mini-Kamera Texte lesen kann und Produkte für Blinde und Sehbehinderte erkennt. „Einschränkungen beim Sehen schärfen aber die anderen Sinne, insbesondere das Hören“, berichtete Barbara Moormann.

Unabhängig von allen Hilfsmöglichkeiten gebe es für Sehbehinderte und Blinde aber auch Problembereiche. So sei es für Betroffene nach wie vor nicht einfach, einen Arbeitsplatz zu finden – oder aber das Kleingeschriebene beim Einkauf zu lesen sowie eine Ampel ohne akustisches Signal zu nutzen. Um die Öffentlichkeit vermehrt über eine Sehbehinderung zu informieren, bietet der BVN gern Beratungsgespräche oder Informationsveranstaltungen an. Ansprechpartnerinnen sind hierzu Hildegard Stukenborg (Telefon 04441 9515097) oder Barbara Moormann (04441 8899727).