Visbek ist eine Top-Nummer in der Archäologie

Archäologie

Archäologischer Arbeitskreis Niedersachsen tagte in Visbek
Dr. Stephan Veil, Landesmuseum Hannover, begründete treffend die erste Sitzung des Archäologischen Arbeitskreises Niedersachsen (ArchAN) im Niedersächsischen Heimatbund (NHB) am 13. Mai im Visbeker Rathaus: „Visbek ist eine Top-Nummer in der Archäologie für Laien und Experten.“ Visbeks Bürgermeister Gerd Meyer und NHB-Geschäftsführerin Dr. Julia Schulte to Bühne konnten zur Tagung über 50 Archäologie-Interessierte aus dem gesamten norddeutschen Raum begrüßen. Moderiert wurde die Veranstaltung von Landesarchäologe Dr. Henning Haßmann vom Niedersächsischen Landesamt für Denkmalpflege.

Der Bürgermeister zollte in seiner Begrüßung dem Vorsitzenden des Heimatvereins Visbek, Manfred Gelhaus, sowie der Fachgruppe Archäologie ein großes Lob für die ehrenamtliche Arbeit und für die Vorbereitung des Treffens. Gleichzeitig machte er Werbung für die geplante „1 200-Jahr-Feier Visbeks“ in 2019. Dr. Julia Schulte to Bühne verdeutlichte in ihrem Grußwort die Bedeutung der Archäologie und Heimatpflege in Niedersachsen. „Wichtig ist es, das Wissen nicht nur zu vermitteln, sondern auch an Dritte weiterzugeben und viele Menschen für die Heimatpflege zu begeistern“, so die Geschäftsführerin des NHB.

Die ehrenamtliche Konservierung von Moorwegen am Industrie Museum Lohne (IML) erläuterte der Vorsitzende des Vereins IML Benno Dräger. 38 etwa 4 500 Jahre alte Bohlen sind derzeit im Lohner Museum ausgestellt. Durch eine Zuckerkonservierung werde den Moorhölzern eine Zukunft gegeben. Methoden der Nasskonservierung wurden ergänzend von Dipl.-Restaurator Michael Sietz vorgestellt.

Das im Jahre 2009 fertiggestellte Projekt „Straße der Megalithkultur“ zeigte Bodo Zehm, Stadt- und Kreisarchäologie Osnabrück, auf. Als „touristisches Schwergewicht“ ist es seit drei Jahren nicht nur als Auto-, sondern auch als Radroute ausgewiesen und hat parallel die Auszeichnung als Kulturweg des Europarates erhalten. Das geplante „Archäologisch-historische Informationszentrum Visbek“ wurde von Dr. Beate Bollmann, Museumsberaterin aus Oldenburg, vorgestellt. Ursächlich für die Realisierung des Modellprojekts sei die reiche prähistorische Vergangenheit in Visbek. „Das Informationszentrum soll ein attraktiver Bildungs- und Lernort für Einheimische und Touristen werden“, so die Archäologie-Expertin. Die Grundidee des Konzepts sei gemeinsam mit dem Heimatverein Visbek und einer Projektgruppe erstellt worden. Ziel sei es, durch das Info-Zentrum eine Begeisterung für Archäologie und Geschichte zu wecken und zu vermitteln.

Im Anschluss an die Vorträge lernten die Archäologie-Interessierten bei einer geführten Exkursion die Ausgrabungsplätze „Uhlenkamp“ in Visbek sowie „Sommerbrink“ im Ortsteil Endel kennen. Abgerundet wurde die Besichtigungstour durch einen Besuch von einige der größten und bedeutendsten Megalithgräber der Jungsteinzeit in Engelmannsbäke: „Visbeker Bräutigam“ und „Heidenopfertisch“.

Foto: Helga Kallage, Gemeinde Visbek

Referierten auf der Jahrestagung des Archäologischen Arbeitskreises: v. l. Manfred Gelhaus, Vorsitzender Heimatverein Visbek, Falk Näth, denkmal3D, Dipl.-Restaurator Michael Sietz, Dr. Julia Schulte to Bühne, Niedersächsischer Heimatbund, Bodo Zehm, Stadt- und Kreisarchäologie Osnabrück, Landesarchäologe Dr. Henning Haßmann, Museumsberaterin Dr. Beate Bollmann, Benno Dräger, Vorsitzender Verein Industrie Museum Lohne, Michael Wesemann, Bezirksarchäologie Oldenburg, Bürgermeister Gerd Meyer