Kinder, Eltern und Großeltern schnitzen eine „Flaitpiepen“

Flaitpiepen 2017
Väter und Großväter zeigen dem Nachwuchs, wie man aus Eberesche eine Flöte schnitzt (Foto: Erwin Stubbe)

„Visbeker Warkstäe“ organisierte wiederholt Plattdeutsch-Veranstaltung
Laute Plattdeutsch- und Flötentöne schallten kürzlich durch die Visbeker Gerbertschule. Etwa 30 Kinder mit ihren Eltern und Großeltern nahmen an der Veranstaltung „Wir schnitzen uns eine Flöte“ (Plattdeutsch „Flaitpiepen“) teil. Organisiert wurde das Treffen zum wiederholten Male von der „Visbeker Warkstäe för Plattdütsch“.

Visbeks Plattdeutsch-Beauftragter Erwin Stubbe sowie die Leiter des Seminars, Werner Hitz und Bernd Lammers, waren voll des Lobes über die Aktivitäten der Teilnehmer. Neben dem Gespräch in plattdeutscher Sprache zeigten insbesondere die Großväter ihr Geschick beim Herstellen der „Flaitpiepen“ aus Zweigen der Eberesche.

Erwin Stubbe legt jedoch großen Wert darauf, dass die plattdeutsche Sprache im Vordergrund steht. „Das ist das Bestreben bei allen Veranstaltungen der ‚Warkstäe‘“, so der Plattdeutsch-Experte. Das „Flaitpiepen-Schnitzen“ sei eine hervorragende Möglichkeit, um diesem Ansinnen gerecht zu werden.

In diesem Jahr bedurfte es einer besonderen Vorbereitung durch die Organisatoren. Wegen der Trockenheit im Frühjahr waren die Ebereschenzweige vorab ins Wasser zu legen. Traditionell wird die Flöte unter Aufsagen des Reimes „Zippe, Zappe, Ziepe, wanneiher bis du riepe“ erstellt. „Dabei wird die Eberesche auf die Knie oder eine feste Unterlage geschlagen, damit der Bast besser vom Holz entfernt werden kann“, erläuterten Werner Hitz und Bernd Lammers. Die geräuschvollen Flötentöne zum Schluss der Veranstaltung bewiesen, dass alle Seminarteilnehmer die Schnitztechnik beherrschten.