„Kalle Katteker“ begeistert Plattdeutsch-Interessierte

Toelke liest
Plattdeutsch-Autorin Hildegard Tölke berichtete auf dem Visbeker Klönabend über ihr Wirken und las aus dem neuesten Buch „Kalle Katteker“ (Foto: Alfred Kuhlmann)

Hildegard Tölke stellt Bücher auf dem Klönabend der „Visbeker Warkstäe“ vor

Mit einem „Rentner kommt von rennen“ begrüßte Visbeks Plattdeutsch-Beauftragter Erwin Stubbe die Gäste auf dem jüngsten Klönabend der „Visbeker Warkstäe“ (29. November). Er spielte damit auf die zahlreichen Aktivitäten der Referentin und Erfolgsautorin Hildegard Tölke an. Die 77-jährige pensionierte Lehrerin aus Lohne stellte ihre Bücher sowie den plattdeutschen Familien-Kalender 2017 vor.

Auf äußerst unterhaltsame Weise berichtete die Plattdeutsch-Expertin über sich und ihr vielfältiges Wirken. Dabei habe sie nach dem Tod ihres Mannes, Rechtsanwalt und Notar Heinrich Tölke, im Jahre 2000 zunächst mit dem Malen begonnen, „aber nur mit mäßigem Erfolg“ räumte die Autorin schmunzelnd ein. Später sei das Schreiben plattdeutscher Erzählungen hinzugekommen.

Ein Glücksfall sei es für sie gewesen, dass sie auch nach dem Ausscheiden aus dem aktiven Schuldienst den Schülern an der Alexanderschule in Vechta die plattdeutsche Sprache vermitteln durfte. „Für dieses Angebot bin ich heute noch dankbar“, so Hildegard Tölke, die damals ihre Liebe zur plattdeutschen Sprache an Kinder weitergeben konnte.

Um geeignetes Unterrichtsmaterial zu haben, habe sie die plattdeutschen Bücher „Mit Plattdütsch wess du klauk“ und „Mit Plattdütsch bliffs du klauk“ verfasst. Diese – sowie auch weitere Bücher von ihr – würden auch außerhalb des Oldenburger Münsterlandes eingesetzt und in das jeweilige Platt übertragen. „Letztendlich verbindet alle der Einsatz zur Weitergabe der plattdeutschen Sprache“, ist Hildegard Tölke überzeugt.

Ihr jüngstes Werk „Kalle Katteker – In dissen Bäukerlaoden is wat los“, aus dem Hildegard Tölke vortrug, sei ein Buch für alle Altersgruppen – vorrangig allerdings auch für Kinder. Das Buch erhalte durch ausdruckstarke Zeichnungen von Dr. Ivan Hutsul einen besonderen Wert. Der Maler habe früher eine Malschule in Lohne besessen, lebe jetzt aber in der Ukraine, wo er Dozent an einer dortigen Universität sei.

Ihre Bodenständigkeit zeigt die rüstige Pensionärin auch darin, dass ihre Bücher und Familienkalender in heimischen Druckereien gedruckt werden „und nicht in China“. Hierauf lege sie großen wert. Mit einem Augenzwinkern begründete sie: „Der Kalender muss eine gute Qualität haben, der muss ja 365 Tage halten.“ Nach einem amüsanten Vortrag lud Erwin Stubbe zur nächsten Klönrunde am 26. Januar 2017 ein.