Visbeker Geschichte dokumentiert und erlebbar

Die Virtine im Pflegezentrum
Über den neuen Standort der Vitrine mit den steinzeitlichen Ausstellungssücken im Pflegezentrum freuen sich (von rechts) Gerbert Schmedes, Gerd Meyer, Ulrike Averbeck, Manfred Gelhaus und Ludger Busse sowie die Bewohner. Foto: Lauer

Vitrine mit steinzeitlichen Ausstellungsstücken vom Rathaus in Pflegezentrum

27 Jahre lang stand die Vitrine mit steinzeitlichen Fundstücken im Foyer des Visbeker Rathauses. Jetzt hat die Ausstellung im Eingangsbereich des Pflegezentrums St. Benedikt an der Ahlhorner Straße einen neuen Standort gefunden.
Bei der offiziellen Übergabe am Donnerstag, 7. August 2014, wies Bürgermeister Gerd Meyer darauf hin, dass die Vitrine im Rathaus oft bewegt werden musste, weil das Foyer für andere Veranstaltungen benötigt wurde. Darunter habe die Ausstellung stets gelitten. Er hoffe, dass sich die vielen Gäste des Pflegezentrums für die Jahrtausende alten Funde interessieren und auch Schulklassen den Weg in das Heim finden, was wiederum für dessen Bewohner eine gelungene Abwechslung bedeute. Dem Heimatverein Visbek, der heute mehr als 1000 Mitglieder habe, dankte Meyer dafür, dass er die Geschichte der Gemeinde dokumentiere und erlebbar mache.
Heimatvereinsvorsitzender Manfred Gelhaus dankte Ulrike Averbeck, Leiterin des Pflegezentrums, dafür, dass die Vitrine im Foyer der Einrichtung aufgestellt werden konnte. Er habe das Gefühl, dass „hier im Pflegezentrum oft mehr Publikumsverkehr herrscht als in anderen öffentlichen Einrichtungen“ und die Ausstellung bei den häufig auch jungen Besuchern auf Interesse stoße. Und vielleicht, so Gelhaus, bekomme der Heimatverein auf diesem Wege neue, jüngere Mitglieder. Er dankte der Fachgruppe Archäologie des Heimatvereins unter Leitung von Gerbert Schmedes und besonders dem Hobby-Archäologen Ludger Busse, der die Vitrine neu geordnet und beschriftet hat.
Die Vitrine mit der Dauerausstellung von Fundstücken, vornehmlich aus der Trichterbecherkultur vor rund 5000 Jahren, geht zurück auf den Visbeker Apotheker und Hobby-Archäologen Reinhard Selling, in der Gemeinde als „Steinzeit-Pille“ bekannt. Nach Jahren des Suchens, Sammelns und Auswertens präsentierte er im März 1987 die Ausstellung im Rathaus. Im April 2003 ergänzte er die Steinzeit-Vitrine mit einer Muschel aus der Kreidezeit (vor 200 Millionen Jahren), die in Varnhorn gefunden wurde. Selling verstarb im Januar 2012, seine Aufzeichnungen und weitere Fundstücke vermachte er dem Heimatverein.